Historie:  Der Verein und seine Geschichte

1968 wurde Christoph Krenzel von den beiden Diözesen München und Regensburg in Landshut als kirchlicher Jugendpfleger eingesetzt. Der konsequente Aufbau einer BDKJ-Stadtführung, immer ergänzt durch freiwillige Jugendliche und Junggebliebene, erlaubte es schon bald, weitreichende Projekte der Jungendarbeit in der Stadt Landshut anzugehen.

 

Warum wurde der Verein überhaupt gegründet?

Der eigentliche Anlass zur Gründung des Vereins am 06. Dezember 1974 durch den BDKJ Landshut-Stadt bestand in der Notwendigkeit, eine Juristische Person als Träger für diverse Jugendprojekte im Raum Landshut, u.a. auch für ein geplantes Jugendhaus zu haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein deshalb v.a. die Aufgabe, Finanzaktionen für die Jugendarbeit in Landshut zu organisieren, auch, um von den Diözesen München und Regensburg sowie der Stadt und dem Landkreis Landshut finanziell etwas unabhängiger zu sein.

Die Gründungsmitglieder waren: Martha Attenkofer, Studienrat Willibald Baumgartner, Peter Hermann, Manfred Hofmann, Josef und Rita Kammermeier, Christoph und Gisela Krenzel, Franz Nußbaum, Peter Weger und Maxi Wild.

Die ersten Anschaffungen des Vereins waren ein VW-Bus sowie eine mobile Stereoanlage für die Landshuter Jugendgruppen.

 

Wie begann der Verein seine Arbeit?
Für Freizeit- und Schulungszwecke der Jugendgruppenleiter war das KJW zunächst auf der Suche nach einem geeigneten Zeltlagerplatz. Der damalige Gündlkofener Pfarrer Leonard Holzer bot dazu ein Grundstück am Dorfrand an; allerdings zeigte sich von Anfang an gehöriger Widerstand in der Bevölkerung. Ende 1975, als die Entscheidung über die Anmietung des Grundstücks in Gündlkofen vor der Tür stand, erfuhr der damalige Pfarrer von St. Peter und Paul und KJW-Mitglied Franz Furtner anlässlich einer Tauffeier der Familie Angstl in Postau, dass in Veitsbuch auf einem Grundstück von ca. 3400 m² ein altes Dorfwirtshaus leer steht. Nachdem man es nach einem Ortstermin für geeignet befunden und sich gezeigt hatte, dass dieses Haus in ein Jugendhaus umgebaut werden kann, und darüber hinaus die Vorhaben des KJW mit diesem viel besser zu realisieren waren, entscheid sich der Verein dafür. Das Haus wurde schließlich für 100,- DM im Monat von der Eigentümerin, Frau Franziska Angstl, gepachtet.

 

Wie ging´s dann weiter?

Unter der Federführung des Architekten und KJW-Mitglieds Paul Cormeau wurde ab Mai 1978 das alte Dorfwirtshaus in drei Bauphasen in ein völlig neues Selbstversorgerhaus für Jugendgruppen umgebaut.

Der erste Bauabschnitt betraf das Haus selbst. Bereits am 20.10.1978  wurde Richtfest gefeiert. Im Frühjahr 1979 konnte mit Beendigung der wichtigsten Bauarbeiten der Betrieb des Jugendhauses aufgenommen werden. Die offizielle Einweihung erfolgte am 21.09.1979 unter Bau- und Finanzleiter Hermann Sagmeister mit einem Dankgottesdienst, einem Tag der offenen Tür und einem Festabend.

Auf welche Resonanz das Projekt zum damaligen Zeitpunkt bereits gestoßen war, zeigte sich an der Gästeliste, die alles enthielt, was in Kirche und lokaler Politik Rang und Namen hatte: die damaligen, mittlerweile verstorbenen Landräte Hans Geislbrechtinger und Ludwig Meyer, der 3. Bürgermeister von Landshut und zugleich Freund der Jugend, Karl Holzer, Jugendamtsleiter Josef Rieder, Stadtdirektor Max Wiesbeck, zahlreiche Stadträte, Vertreter der Gemeinde Weng, der Regionalbischof von München-Freising, Heinrich Graf von Soden, die Finanzdirektoren der Diözesen München und Regensburg, Straßer und Spießl, der Stadtjugendring Landshut sowie alle am Bau beteiligten Firmen.

Die finanziellen Mittel zum Umbau des Gasthauses in ein Jugendhaus - v.a. wegen der z.T. doch recht alten Bausubstanz wurden bis zur Beendigung des ersten Bauabschnittes 1979 immerhin ca. 750.000,- DM ausgegeben - kamen in Form von Zuschüssen von der Erzdiözese München und Freising, dem Bayerische Jugendring, der Stadt und dem Landkreis Landshut sowie dem BDKJ-Kreis Landshut. Auch erhielt der Verein damals einige kräftige Spenden. Weitere Finanzaktionen des BDKJ-Stadt Landshut und des KJW sicherten die Rest-Finanzierung. Das KJW selbst steuerte neben ca. 175.000,- DM v.a. über 1500 Stunden freiwilliger Eigenleistung zu.

 

Ein schwerer Schlag für die Jugendarbeit in Landshut!

Am 24. März 1983 verstarb der große "Macher", Dekan in St. Peter und Paul und damals 2. Vorsitzender des KJW, Franz Furtner. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich des Jugendhauses in Veitsbuch erinnert seitdem an seine Verdienste.

Stets hat er "Mut für die Zukunft" gefordert und auch als Beweggrund zum Erwerb des alten Wirtshauses angegeben.

Ein schöner "Streich" Franz Furtners war die Organisation eines Spenden- oder Stiftungsfensters - ein Wappenfenster der Spender in Glasmalerei -, das die Diözesen München und Regensburg sowie der Landkreis und die Stadt Landshut, also die Zuschussgeber, selbst bezahlten. Seither schmückt dieses Spendenfenster den Eingang zum Jugendhaus.

Ein Wunsch des Verstorbenen war stets der gute Kontakt zur Bevölkerung. So kam es nicht von ungefähr, dass die Mitglieder des KJW damals zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und der Bevölkerung von Veitsbuch das Florianifest feierten; bei dieser Gelegenheit stellen alle Beteiligten einen - gestifteten - Maibaum auf. Diese Tradition pflegt das KJW nun seit 1980, und so ziert seit dieser Zeit stets ein Maibaum das Jugendhaus.

 

Und doch musste es weitergehen...
Der frühe Tod Franz Furtners hielt die übrigen Vereinsmitglieder nicht davon ab, im August 1983 den zweiten Bauabschnitt anzugehen, den der Verstorbene noch mitgeplant hatte. Mit einer Bausumme von insg. 316.000,- DM wurden nach zehnmonatiger Bauzeit im Juni 1984 die Außenanlagen fertig gestellt. Mittlerweile - am 30.05.1984 - war Heinz-Joachim Quasbarth neuer Pfarrer von St. Peter und Paul und damit Hausherr vom Jugendhaus in Veitsbuch geworden.

Sämtliche Pflasterarbeiten wurden entsprechend kostengünstig durch den Gärtner und KJW-Mitglied Hartmut Berner durchgeführt; die komplette Bepflanzung der Außenanlagen nahmen v.a. die Pfadfinder von St. Pius in Landshut zusammen mit den Vereinsmitgliedern unter fachkundiger Leitung von Peter Fischer vor. Dabei wurde der Obstgarten terrassenförmig derart angelegt, dass er einen Bolz- und Zeltplatz hergibt.

 

Der letzte große Schritt zum heutigen Haus...

Am 18. Juni 1998  wurde offiziell die dritte Umbaumaßnahme abgeschlossen: Das Haus verfügt seither über eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung.

Da sich die Doppelbelegungen aus Zeltplatz- und Jugendhausnutzung über die Jahre hinweg als wenig praktikabel herausgestellt hatte, wurde der Zeltplatz abgeschafft und in eine Volleyballanlage umgewandelt. Die von außen zugänglichen, ursprünglich für den Zeltplatz vorgesehenen Sanitäranlagen wurden zu - bislang nicht vorhandenen - Leiterduschen bzw. -WCs des Jugendhauses umgebaut.